Die Herstellung von Rapsöl

Herstellung von Rapsöl/Rapskuchen

Man unterscheidet das Rapsöl in kaltgepresstes und raffiniertes Rapsöl.

1. Bei der Herstellung von kaltgepresstem Rapsöl wird der getrocknete Raps (er darf höchstens 6-8% Feuchtigkeit besitzen) zunächst gereinigt, dabei werden kleine Steine, Spelzen und andere Samen entfernt, bevor er von kleinen Seiher-Schneckenpressen ausgepresst wird. Dabei wird der Raps so stark von der Schnecke an die Außenwand gedrückt, dass die kleinen Körner zerdrückt werden und ihr Öl abgeben.

Hierbei entsteht auch als zweites Produkt “Rapskuchen”, welcher entweder als eiweißreiches Futter für Kühe und Schweine genutzt (aber leider tendieren immer noch mehr Bauern zu dem günstigeren Soja, der in Brasilien angebaut wird) oder in speziellen Heizungen verbrannt werden kann.

Das gewonnene Öl wird nun in großen, dunklen Behältern bei Wärme (ideal 20 Grad C.) abgesetzt. Dieses Verfahren nennt man das Sedimentations-Verfahren. Am Boden der Behälter setzen sich gröbere Partikel ab. Durch häufige Unter-suchungen kann man feststellen, ob noch Schleier (feine Partikel in Form etwas dunklerer Schichten) vorhanden sind. Falls noch Schleier vorhanden sind, muss das Öl sich weitere Tage absetzen. Danach können die obersten Schichten abgepumpt werden. Dabei ist zu beachten, dass kein Schmutz mit abgesaugt wird. Das Öl wird nun nur noch über verschiedene Filter geleitet und abgefüllt.

Das Sedimentations-Verfahren benötigt zwischen 14 und 30 Tagen, abhängig von der Raumtemperatur, aber auch von der Rapssorte. Das Sedimentations-Verfahren benötigt viel Zeit, welche viele Firmen nicht mehr besitzen. Daher leiten sie das Öl über Kammerfilterpressen. Sie bestehen aus vielen Filterplatten, die so hintereinander gesetzt sind, dass das Öl immer zwischen den Platten auf- und absteigen muss. Beim kaltgepresstem Rapsöl hat man eine Ölausbeute von ca. 33 bis 35 %.

2. Für die Herstellung von raffiniertem Rapsöl wird der beim Pressvorgang gewonnene Rapskuchen zur Restölgewinnung mit Wasserdampf und in der Regel Hexan behandelt und anschließend wieder neutralisiert. Bei diesem Verfahren wird das Rapsöl haltbarer, verliert seinen nussigen Geschmack und man hat eine Ölausbeute von ca. 40-42%. Nur große Firmen können solch ein Verfahren anwenden, da es sehr aufwendig und kostspielig ist.

Rapsöl als Treibstoff

Strasse an einem Rapsfeld

Seit wenigen Jahren kann man an manchen Tankstellen Biodiesel tanken. Es ist Rapsöl, welches mit Methylester in einen Treibstoff umgewandelt wird, der einen niedrigeren Brennpunkt als unverändertes Rapsöl besitzt.
Bei der Umwandlung entsteht auch Glycerin, welches nicht ferner verwendet wird.
Biodiesel ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher weniger die Natur belastet als fossiler Treibstoff. Für die Verwendung von Biodiesel braucht man nicht das Auto bzw. den Lkw umzurüsten, da dieser Treibstoff in normalen Dieselmotoren verbrannt werden kann.
Ein weiterer Treibstoff ist das unveränderte Rapsöl. Um dieses Öl zu verbren-nen, muss es noch gründlicher gefiltert werden, um es dann in normalen Diesel-motoren, die ein Zweitanksystem besitzen zu verbrennen. Rapsöl als Treibstoff ist deutlich sinnvoller als Biodiesel, da es nicht erst verändert werden muss, für die Natur abbaubar und günstiger ist.
(aus Referat “Von der Rapssaat bis zum regenerativen Treibstoff” Jean-Marie Gerbaulet 9. Klasse Freie Waldorfschule Gütersloh)

Vorteile von Rapsöl als Dieselersatz

Rapsöl ist

  • CO2 neutral
  • reduziert Rußemissionen um mehr als 50 %
  • ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz
  • in umweltsensiblen Bereichen (Binnengewässer,Wasserschutzgebiete etc) einsetzbar und wirtschaftlich eine interessante Alternative.

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht zur Umrüstung und dem Betrieb von Fahrzeugen mit Rapsöl