
Die Geschichte der Rapspflanze geht bis in das 14.Jahrhundert zurück. Sie ist durch das Kreuzen von Rübse und Kohl entstanden. Im 15.Jahrhundert entdeckte man ihren hohen Ölgehalt. Da der Raps damals noch viel Erucasäure besaß, hatte er einen sehr bittern Geschmack. Das damals gepresste Öl verwendete man hauptsächlich als Lampenöl, Schmiermittel und im 2.Weltkrieg als Margarine. Den bei der Herstellung des Öls entstehenden Rapskuchen verwendete man ebenso wie heute als Tierfutter, aber leider fraßen es die Tiere wegen der Erucasäure nicht. Fraßen sie es doch, so starben sie nach wenigen Monaten, da das Öl die Herzklappen und die Leber verklebte und zusetzte.
Im Jahre 1973 schaffte man es, die Erucasäure größtenteils wegzuzüchten. Heute hat der Raps nur noch einen Säureanteil von 0,1 bis 0,5%. Diesen Raps nennt man 00-Raps und den vorherigen 0-Raps. Aus dem Raps bekommt man ungefähr ein Drittel Rapsöl und zwei Drittel Rapskuchen.
Man unterscheidet den Raps in Sommer- und Winterraps. Der Winterraps wird zwischen dem 20. und 30. August ausgesät. Dabei ist zu beachten, dass der Boden nicht zu trocken oder zu nass ist, da sonst die Keimung ausbleibt. Raps bevorzugt Lehm- sowie humusreiche Sandböden. Man sät ca. 45 bis 50 Körner auf einem Qudratmeter aus. Der Raps bildet nun zum Winter hin eine Rosette aus und überwintert in diesem Zustand. Er ist bis zu -20°C belastbar. Im Mai und Juni blüht der Raps leuchtend Gelb.

Im August wird der Raps schließlich geerntet und getrocknet. Von einem Hektar kann man bis zu 4000 Kilogramm ernten. Eine weitere Sorte ist der Sommerraps, der im Frühjahr ausgesät wird, Er reift innerhalb von 120 Tagen zur reifen Frucht heran. Er ist nicht so ertragsreich wie der Winterraps und wird daher seltener angebaut. In Deutschland wurde 2004 insgesamt 1,279 Millionen Hektar Raps angebaut. China, Kanada und Indien gehören zu den größten Anbaugebieten der Erde. Häufig wird Raps auch als Gründünger verwendet, da er den Boden gut auflockert. Man sieht ihn dann im August sowie im September blühen, bevor er untergepflügt wird.